The
Dark Side of Poem |
 

„Gestatten,
mein Name ist Vampir!“
Fast ausgestorben
sind die Gassen,
kein Mensch mehr durch die Straßen geht,
ich habe meinen Sarg verlassen,
der leer in meinem Schlosse steht.
Mich dürstet
nach dem Saft, dem roten,
der mir die fahle Bleiche nimmt,
er schenkt mir Kraft, dem Höllenboten,
ein Biss von mir, dein Blut gerinnt.
Ich flog schon
über viele Gräber,
als Fledermaus, ganz elegant,
ich habe eine Säuferleber,
und meine Sucht raubt den Verstand.
Zwei Löcher
beiß ich mit den Zähnen,
in deinen zarten Nacken nur,
die Wölfe heulen mit Hyänen,
sonst hinterlass ich keine Spur.

Ich flieg mit rabenschwarzen
Schwingen,
so rasch und still wieder davon,
ich will mein Leben so erzwingen,
der Untod ist dafür dein Lohn.
Mit Silberkugeln,
Kreuz und Pfählen,
die wilde Jagd auf mich ist Pflicht,
doch damit kann man mich nicht quälen,
wer tot ist, stirbt nun einmal nicht.
Wenn dann die ersten
Sonnenstrahlen,
durchdringen Nacht und Finsternis,
lass ich in meinen Sarg mich fallen,
die nächste Nacht kommt ganz gewiss.
„Schlafen
sie in Frieden ein,
sie könnten schon der Nächste sein!“
© 30.10.2006
gerryG

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Ein
knochenhartes Vergnügen
Hübsche Frau
darf ich Sie fragen,
ob Sie hier ein Tänzchen wagen,
Sie sind so schlank, für mich ein Star,
doch scheinen Sie mir unnahbar.
Find’ Ihr
Gesicht so lieblich weiß,
ja, ja, die Nacht hat ihren Preis,
ich schau in Augen, hohl und fahl,
nun seh’ ich erst, Ihr Kopf ist kahl.

Wollen wir das
Tanzbein schwingen,
über alle Tische springen,
hör’ sofort auf mit dem Plappern,
wenn Sie mit den Beinen klappern.
Küssen geht
nicht ohne Lippe,
bin von Kopf bis Fuß Gerippe,
schaurig schön ist diese Stätte,
Knochenjob nur für Skelette.
© 17.05.2006
gerryG

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Engel in Flammen
Geliebt und dennoch nichts gefühlt,
Ein Engel, der mit Feuer spielt,
Warst du für mich, mein Sonnenschein,
Du lebst mit ihm und doch allein.
Geschlagen, völlig unterdrückt,
Die Liebe in Konkurs geschickt,
Knapp vor dem Ausbruch, Flammenmeer,
Gewähltes Leben, lieblos, leer.
Die Zeit war kurz, so wie das Glück,
Sie liegt schon Träume weit zurück,
Die Sehnsucht blieb, zu spät erkannt,
Im Eis der Herzen, längst verbrannt.
© 13.09.2007 gerryG

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Hexentanz
Über dem Wald senkt sich die Nacht,
Sie breitet ihren Mantel aus,
Die Eulen sind schon längst erwacht,
Ihr Flügelschlag klingt wie Applaus.
Ein kalter Wind pfeift durch die Kronen,
Der alten Bäume, die hier steh’n,
Und ihre morschen Äste knarren,
Sie sind gar schaurig anzuseh’n.
Mitten drin, auf einer Lichtung,
Ein helles Lagerfeuer brennt,
Ganz egal aus welcher Richtung,
Feuerzungen man erkennt.

Rund ums Feuer sieht man tanzen,
Hexen in gar großer Zahl,
Sie kreischen, singen und sie stampfen,
Für fremde Ohren, eine Qual.
Sie springen um und übers Feuer,
Mit Gesichtern, schreckensbleich,
Wie ein wildes Ungeheuer,
Kommt das Gesamtbild ihnen gleich.
In den Adern stockt das Blut,
Der Hals, fast magisch zugeschnürt,
Es schwindet auch der Rest vom Mut,
Ein jeder Sinn in dir gefriert.
Ein greller Blitz, ein Donnerschlag,
Die Angst fährt in die Knochen,
Kein Muskel mehr gehorchen mag,
Der Wille ist gebrochen.

Du Eindringling, du bist ein Tor,
Was hast du hier zu suchen,
Die Hexen sangen nun im Chor,
Sie werden dich verfluchen.
Doch da, den Himmel, siehst du nicht,
Er zeigt sein erstes Blau,
Der Platz vorm Feuer lichtet sich,
Die Wiese feucht vom Tau.
Wo kurz zuvor noch Hexen sprangen,
Der Rauch wie Nebel stand,
Jetzt wieder bunte Vögel sangen,
Der Tag zog in das Land.
Nur auf der Wiese sieht man noch,
Aus näherer Distanz,
Ein verkohltes, schwarzes Loch,
Die Spur vom Hexentanz.
© 2006 gerryG

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Wiegenlied des Schreckens
Guten Abend, gut Nacht,
Mit Schlägen bedacht,
Die Seele verletzt,
Schlaf ein, blutbenetzt,
Morgen Früh, krankes Kind, bist du wieder allein,
Morgen Früh, krankes Kind, bist du wieder allein.
Guten Abend, gut Nacht,
Schlaf ein, wenn es kracht,
Die Beine verletzt,
Von Bomben zerfetzt,
Morgen Früh, armes Kind, tobt schon wieder der Krieg,
Morgen Früh, armes Kind, tobt schon wieder der Krieg.
Guten Abend, gut Nacht,
Vom Feuer bewacht,
Das Atmen fällt schwer,
Kein Sauerstoff mehr,
Morgen Früh, totes Kind, lebt die Erde nicht mehr,
Morgen Früh, totes Kind, lebt die Erde nicht mehr.
Guten Abend, gut Nacht,
Vom Albtraum erwacht,
Hörst immer noch sie,
Die Schlaf-Melodie,
Morgen Früh, liebes Kind, lacht die Sonne für dich,
Morgen Früh, liebes Kind, lacht die Sonne für dich.
© 01.06.2007 gerryG

Mit Kinderaugen
Mama - warum gibt es so viel Gewalt,
Warum ist denn dem Mann hier kalt,
Warum hat er denn nichts zu essen,
Werden Alte leicht vergessen.
Mama - hat das Kind da keinen Vater,
Weshalb hinkt der graue Kater,
Hat man ihn denn auch verletzt,
Oder einfach ausgesetzt.
Mama - fühlt sich die Frau nicht wohl,
Die eklig stinkt nach Alkohol,
Heißt „Erwachsen“ böse sein,
Wenn ja, bleib ich viel lieber klein.
Mama - müssen Eltern streiten,
Sich ständig Sorgen nur bereiten,
Könnt ihr mich nicht einfach lieben,
Hab genug von euren Hieben.
Mama – bin zu klein, um zu verstehen,
Doch hab ich Augen und kann sehen,
Was habe ich denn hier verloren,
Ich wünschte, ich wär nie geboren.
© 14.06.2007 gerryG

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Kleister Geister
Wenn die schrägen Kleister Geister,
Kleben mit dem Meister Kleister,
Wenn sie also geistig kleistern,
Werden sie zu Klebemeistern.
Wenn dann so ein Meistergeist,
Festgeklebt den Kleister speist,
Wird der Meister dann zum Geist,
Der beim Kleistern Geister beißt.
© 02.02.2007 gerryG
Tolle Trolle
Wenn kleine Trolle sich vereinen,
Und drollig Kleine toll erscheinen,
Sind Trolle hinter Tollen her,
Das freut die tollen Trolle sehr.
Doch wenn die tollen Kleinen fluchen,
Und drollig kleine Trolle suchen,
Sind tolle Trolle nur mehr klein,
Und lassen tolles Tollen sein.
© 13.01.2007 gerryG

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