
Ein
wenig aus dem Inhalt
Seelenträumer
Ich fühl
mich in Dein Herz hinein,
will tief in Dir verweilen,
denn sollte es verwundet sein,
dann möchte ich es heilen.
Auch wenn
Dein Herz gefroren ist,
aus Angst vor neuen Wunden,
dann hoffe ich, dass Du vergisst,
den Schmerz, den Du empfunden.
Gefühle,
Liebe, Zärtlichkeit,
Verständnis und Vertrauen,
Treue, Freundschaft, Ehrlichkeit,
auf all das will ich bauen.
Ich fühl
mich in Dein Herz hinein,
will mich in Dir verlieren,
lass mich Dein Seelenträumer sein,
nie wieder sollst Du frieren!
©
14.09.2004 gerryG
Manchmal
weint der Himmel auch für mich
Kleine, salzige Wassertröpfchen
–
quellen aus den Winkeln meiner glasigen Augen,
es sind meine Tränen,
keine Tränen der Freude,
auch diese habe ich schon kennen gelernt,
nein, es sind Tränen der verlorenen Liebe,
Tränen der Schmerzen,
sie ziehen eine feuchte Spur über mein Gesicht.
Dieses
Gefühl des Weinens –
liegt schon lange zurück,
die Wunden meines Herzens sind verheilt,
nur mehr kleine Narben –
erinnern mich an damals,
als ich noch weinen konnte.
Auch das Blut in meinen Adern,
fließt ruhig und emotionslos.
Doch dann
dieses Klopfen,
das nicht meinem Herzen entspringt,
es ist der Regen, der an mein Fenster schlägt,
ich schau hinauf zum Himmel und stelle mir vor,
nein, ich glaube fest daran,
dass der Himmel für mich weint.
Ein Glücksgefühl steigt in mir empor,
ein Gefühl der Stille und des Friedens.
Genau
das ist der Moment,
wo ein verregneter Himmel,
sehr romantisch sein kann,
romantisch und zauberhaft.
Ich öffne das Fenster –
und der Regen fällt auf mein Gesicht,
die Tropfen rinnen wie Tränen über meine Wangen.
„Ja, manchmal weint der Himmel auch für mich!“
© 18.05.2004 gerryG
Die
Hure
Wieder
neigt sich ein Tag zu Ende,
sie betritt das Badezimmer,
ihre Augen sprechen Bände,
ihr Gesicht erstrahlt in Glimmer.
Die zweite
Haut, in der sie steckt,
aus schwarzem Lack, sehr eng gefasst,
so wie in ein Korsett gesteckt,
ein Stiefelpaar, das dazu passt.
Sie betritt
die Kinderstube,
wo ihr Kind so glücklich spielt,
in den Händen eine Tube,
mit Schokoladecreme gefüllt.
Ein, zwei
Küsschen auf die Wange,
„Mami muss zur Arbeit geh’n“,
doch es ist nicht für sehr lange,
„Irgendwann wirst Du’s versteh’n“.
Dann verlässt
sie ihre „Insel“,
wo sie niemand noch entdeckt,
rasch mit ihrem Make Up Pinsel,
werden Fältchen noch versteckt.
Im Hotel
dann angekommen,
wo ihre Arbeitsstätte ist,
ein Glas Wein zu sich genommen,
damit sie das hier leicht vergisst.
Sie liegt
im Bett auf roten Kissen,
auf ihrer Haut weiße Dessous,
auch die Musik will sie nicht missen,
ein stimmungsvoller, ruhiger Blues.
Und alle
Männer die da kamen,
brutal, sadistisch, nur manche nett,
die kennt sie alle nicht bei Namen,
sie wollen nur mit ihr in’s Bett.
Unter
verschwitzten Körpermassen,
die in sie dringen voller Gier,
fängt sie auch an sich selbst zu hassen,
„Oh mein Gott, was mach’ ich hier“?
Die Gedanken
lässt sie streifen,
sie sind nur bei ihrem Kind,
„Wie soll es das je begreifen“?
„War ich denn bis heute blind“?
Still
hat sie das Geld genommen,
lange hat sie’s angeseh’n,
und vom Wein etwas benommen,
fing sie an nach Haus’ zu geh’n.
Und ihre
„Insel“ hat sie wieder,
wo Träume ihr zu Hause sind,
müde legt sie sich dann nieder,
schläft zärtlich ein, mit ihrem Kind!
©
25.06.2004 gerryG